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Ricarda Lange und Veit Wetter bekommen Ehrenamtskarte

Sie setzen sich jede freie Minute für Jugendliche in Vlotho ein: Ricarda Lange und Veit Wetter haben für ihre ehrenamtliche Arbeit in Vlotho die goldene Ehrenamtskarte von Bürgermeister Rocco Wilken überreicht bekommen. Die Karte wird von der Landesregierung für besonderes bürgerschaftliches Engagement ausgehändigt und ermöglicht Vergünstigungen in Vlotho.

Stellvertretend für Stadt und Land besuchte Bürgermeister Rocco Wilken das Evangelische Kinder- und Jugendzentrum in Valdorf. Während der „Fahrrad-Selbsthilfe-Werkstatt“ werden dort nach wie vor alte Fahrräder repariert und zu günstigen Konditionen an Geflüchtete verkauft. In den vergangenen Jahren haben zwei Jugendliche besonders viel geleistet und sich für die Ehrenamtskarte beworben: Ricarda Lange (17 Jahre) und Veit Wetter (16 Jahre) sind schon lange im Evangelischen Kinder- und Jugendzentrum Valdorf „zu Hause“ und begleiten Aktionen wie den TeensTag (Jugendtreff) am Dienstag, die Weihnachtsbaum-Sammelaktion oder den KonfiTag und die YouNight für alle Konfirmandinnen und Konfirmanden in Vlotho.

Jugendreferentin und „EKJZ-Chefin“ Annemarie Coring hatte die Jugendlichen motiviert, sich für die Ehrenamtskarte zu bewerben: „So viel Ehrenamt muss auch gewürdigt werden. Oft werkeln wir im Stillen und es ist gar nicht bewusst, wie viel Zeit die Beiden für Andere investieren.“ Nach Jan Allersmeier, Leandro Zinn und Marc Strothmann sind Veit Wetter und Ricarda Lange die nächsten Preisträger aus dem Team des EKJZ, die die Ehrenamtskarte erhalten haben. Das freut Annemarie Coring besonders: „Wir haben noch viel mehr Anwärter. Ich kann nur jeden motivieren, sich für die Ehrenamtskarte zu bewerben. Sie sieht nicht nur gut aus und sorgt für Vergünstigungen, sondern zeigt auch: Ihr seid es wert.“

Dass die ehrenamtliche Arbeit der Stadt und dem Land besonders wichtig ist, betonte auch Bürgermeister Rocco Wilken. Während der feierlichen Übergabe vor der Fahrrad-Selbsthilfe-Werkstatt lobte er die Arbeit von Ricarda, Veit und den restlichen Ehrenamtlichen: „Die Arbeit hier im EKJZ ist unglaublich wichtig für die Stadt. Das EKJZ stellt neben dem Jugendzentrum in der Kulturfabrik einen zentralen Anlaufpunkt für Jugendliche in Vlotho dar. Aber nicht nur auf Valdorf bezogen, sondern für die ganze Stadt. Deshalb sagen wir mit der Ehrenamtskarte danke.“

Die Ehrenamtskarte wird von der NRW-Landesregierung zusammen mit Städten, Kreisen und Gemeinden vergeben. Sie zeichnet besonderes bürgerschaftliches Engagement aus. Menschen, die sich in besonderem zeitlichem Umfang für das Gemeinwohl engagieren, können mit der Karte die Angebote öffentlicher, gemeinnütziger und privater Einrichtungen vergünstigt nutzen. Voraussetzung für eine Bewerbung um die Ehrenamtskarte ist ein ehrenamtliches oder bürgerschaftliches Engagement von durchschnittlich mindestens fünf Stunden pro Woche oder 250 Stunden im Jahr, zum Beispiel in einem Verein, in einer sozialen Einrichtung oder freien Vereinigung.

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Das Hühner-Projekt

Ein kleines Wunder

Gibt es bei Hühner-Küken Frühgeburten?

Ich hatte keine Ahnung. So traute ich mich, nachdem die Eier 19 Tage im Brutkaste waren, kaum aus dem Haus. Ich wollte den Schlupf der Küken ja auf keinen Fall verpassen. Auch nachts bin ich immer wieder aufgestanden und habe geguckt, ob sich nicht irgendetwas getan hat. Am 20. Tag meinte ich zu sehen wie ein Ei sich bewegt.  Aber es tat sich weiterhin nichts. Auch nicht bis zum Mittag am 21. Tag.

Hatte ich irgendetwas falsch gemacht? Ich konnte meine Ungeduld selbst kaum ertragen. Immer wieder kniete ich vor der Brutmaschine. Hatte sich da nicht wieder ein Ei bewegt?

Und plötzlich…

Ich traute meinen Ohren nicht. Ein zaghaftes Piepen war zu hören. Und das gleich aus vier Eiern. Sie waren angepiekt und ich konnte den Eizahn der Küken sehen. Küken müssen ganz schön arbeiten bis sie geschlüpft sind. Sie öffnen mit dem Eizahn in der Mitte des Eis beginnend die Schale und arbeiten sich Stück für Stück voran.

Es war ein absolutes Glücksgefühl als das erste Küken seinen Kopf aus dem Ei befreit hatte und mich auf wackeligen Beinen kurze Zeit später piepsend anguckte. Sofort suchte das Küken Kontakt zu einem Ei, aus dem es auch piepte und ruhte sich dort von dem Schlupf aus.

Das Fell des Kükens war nass und klebrig, gar nicht so flauschig wie ich es erwartet hatte. Aber das Fell musste ja auch erst noch circa fünf Stunden trocknen. Nach fünf Minuten schlüpfte dann das zweite Küken. Als dann am Abend desselben Tages das dritte Küken schlüpfte, durften die ersten beiden Küken in den großen Käfig unter der Infrarotlampe umziehen.

Beim Frühstück des folgenden Tages schlüpften fast gleichzeitig die nächsten beiden Küken. Das sechste Küken kam mit Verspätung. Würde es dieses Küken auch schaffen die Eihaut zu durchbrechen? Ich musste einen weiteren Tag Geduld haben. Aber dann schlüpfte auch das letzte Küken. War das ein aufregendes Piepen, wenn sich alle Küken im großen Käfig um Futter und Wasser stritten.

Nach einer Woche sind alle Küken umgezogen. Sie wohnen jetzt auf einem großen Bauernhof. Ab der fünften Woche sind sie voll befiedert und dürfen immer länger in das große Außengehege. Aus dem Auge aus dem Sinn! Auf keinen Fall. Ich halte engen Kontakt zu den neuen Haltern meiner Küken und freue mich immer wieder sie zu besuchen.

P.S. Das Ausbrüten war für mich das reinste Abenteuer. Über digitale Medien konnten mehrere Kinder und Jugendliche hautnah den Schlupf der Küken miterleben. Es war sehr schön zu erfahren mit welchem großen Interesse das Küken-Projekt verfolgt wurde. Geplant ist ein Besuch auf dem Bauernhof mit Kindern und Jugendlichen. Ein nächstes Küken-Projekt ist schon in Planung.

Text: Sylke Cremer

Bild 1: Im Ei tut sich was

Bild 2: Sie schlüpfen

Bild 3: Die Küken

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