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Das Büchertaxi

Die Mitarbeitenden des Ev. Jugendreferats im Kirchenkreis Vlotho hatten gerade die letzten Kartons in der neuen Geschäftsstelle ausgepackt, da kam die Anfrage der Stadtbücherei Bad Oeynhausen, ob sie die leeren Umzugskartons nützen könnten. „Natürlich, sehr gerne“, war die Antwort. Die Stadtbücherei war dabei Bücher auszusortieren und an Seniorenheime und Krankenhäuser zu verteilen. Dafür wurden die Kartons benötigt.

Auch Kinder- und Jugendbücher wurden aussortiert. Diese wurden dem Ev. Jugendreferat zur Weitergabe geschenkt.

Das war die Geburtsstunde des Büchertaxis. Seit dem 6. April fährt die Jugendreferentin Sylke Cremer zweimal die Woche mit ihrem PKW gefüllt mit Büchern mehrere Familien mit Kindern in Vlotho an. Nach telefonischer Anmeldung können Kinder und Jugendliche sich dann zwei Bücher und eine Kinder- CD ausleihen. Wenn die ausgeliehenen Sachen zurückgebracht werden, können neue Sachen ausgeliehen werden.

In der ersten Zeit waren es überwiegend Kinder und Jugendliche, die den Interkulturellen Kinder- und Jugendtreff im Ev. Kinder- und Jugendzentrum Valdorf besuchen, die auf das Büchertaxi warteten. Mittlerweile hat sich die Aktion herumgesprochen und wird auch von weiteren Kindern genutzt. Wenn das Büchertaxi vorfährt stellen sich alle diszipliniert an und warten bis sie an der Reihe sind. Alle sind total dankbar. Nach dem Lesen der Bücher wird der Titel bei dem Leseförderprogramm Antolin eingegeben und drei Fragen zu jedem Buch beantwortet. Bei richtiger Antwort, gibt es Punkte. Stolz wird dann bei der Buchrückgabe von dem neuen Punktstand berichtet.  Einige Kinder haben als Dankeschön Bilder gemalt. Diese werden in Vlotho als Gruß für die Bewohner an ein Altersheim weitergegeben.

Auf dem Bild ist die Leiterin der Stadtbücherei Frau Skibba zusammen mit der Jugendreferentin Sylke Cremer zu sehen.

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Das Hühner-Projekt

Ein kleines Wunder

Gibt es bei Hühner-Küken Frühgeburten?

Ich hatte keine Ahnung. So traute ich mich, nachdem die Eier 19 Tage im Brutkaste waren, kaum aus dem Haus. Ich wollte den Schlupf der Küken ja auf keinen Fall verpassen. Auch nachts bin ich immer wieder aufgestanden und habe geguckt, ob sich nicht irgendetwas getan hat. Am 20. Tag meinte ich zu sehen wie ein Ei sich bewegt.  Aber es tat sich weiterhin nichts. Auch nicht bis zum Mittag am 21. Tag.

Hatte ich irgendetwas falsch gemacht? Ich konnte meine Ungeduld selbst kaum ertragen. Immer wieder kniete ich vor der Brutmaschine. Hatte sich da nicht wieder ein Ei bewegt?

Und plötzlich…

Ich traute meinen Ohren nicht. Ein zaghaftes Piepen war zu hören. Und das gleich aus vier Eiern. Sie waren angepiekt und ich konnte den Eizahn der Küken sehen. Küken müssen ganz schön arbeiten bis sie geschlüpft sind. Sie öffnen mit dem Eizahn in der Mitte des Eis beginnend die Schale und arbeiten sich Stück für Stück voran.

Es war ein absolutes Glücksgefühl als das erste Küken seinen Kopf aus dem Ei befreit hatte und mich auf wackeligen Beinen kurze Zeit später piepsend anguckte. Sofort suchte das Küken Kontakt zu einem Ei, aus dem es auch piepte und ruhte sich dort von dem Schlupf aus.

Das Fell des Kükens war nass und klebrig, gar nicht so flauschig wie ich es erwartet hatte. Aber das Fell musste ja auch erst noch circa fünf Stunden trocknen. Nach fünf Minuten schlüpfte dann das zweite Küken. Als dann am Abend desselben Tages das dritte Küken schlüpfte, durften die ersten beiden Küken in den großen Käfig unter der Infrarotlampe umziehen.

Beim Frühstück des folgenden Tages schlüpften fast gleichzeitig die nächsten beiden Küken. Das sechste Küken kam mit Verspätung. Würde es dieses Küken auch schaffen die Eihaut zu durchbrechen? Ich musste einen weiteren Tag Geduld haben. Aber dann schlüpfte auch das letzte Küken. War das ein aufregendes Piepen, wenn sich alle Küken im großen Käfig um Futter und Wasser stritten.

Nach einer Woche sind alle Küken umgezogen. Sie wohnen jetzt auf einem großen Bauernhof. Ab der fünften Woche sind sie voll befiedert und dürfen immer länger in das große Außengehege. Aus dem Auge aus dem Sinn! Auf keinen Fall. Ich halte engen Kontakt zu den neuen Haltern meiner Küken und freue mich immer wieder sie zu besuchen.

P.S. Das Ausbrüten war für mich das reinste Abenteuer. Über digitale Medien konnten mehrere Kinder und Jugendliche hautnah den Schlupf der Küken miterleben. Es war sehr schön zu erfahren mit welchem großen Interesse das Küken-Projekt verfolgt wurde. Geplant ist ein Besuch auf dem Bauernhof mit Kindern und Jugendlichen. Ein nächstes Küken-Projekt ist schon in Planung.

Text: Sylke Cremer

Bild 1: Im Ei tut sich was

Bild 2: Sie schlüpfen

Bild 3: Die Küken

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